Wir zeigen dir, welche Konsequenzen Nazi-Sprüche und Bilder im Chatgruppen haben können.
Die Eltern eines 14-jährigen Schülers aus Bayern haben durch Zufall eine seiner WhatsApp-Gruppen entdeckt und waren über den Inhalt der Chats erschrocken. In einer der Gruppen wurden Nazi-Sprüche und Bilder verschickt oder Witze über Juden gemacht. Auch Hitlergrüße wurden in der Gruppe verschickt. Wer unseren Artikel zum Thema „Das ist im Netz verboten“ gelesen hat, weiß, dass die Gruppenmitglieder damit gegen Gesetze verstoßen haben.
Rechtsradikale Sprüche waren an der Tagesordnung
Schnell stellten die Eltern fest, dass ihr Sohn nicht in „irgendeiner“ Chat-Gruppe war. Die Gruppe nannte sich „arische Bruderschaft“ und hatte über 100 Mitglieder. Rechtsradikale Sprüche, Bilder und Verharmlosungen von Verbrechen wurden tausendfach in die Gruppe geschickt – und das täglich. Um die Gruppe auffliegen zu lassen, meldeten sich die Eltern bei der Polizei, so berichtet die Süddeutsche Zeitung hier.
Konsequenzen für den 14-Jährigen
Zuhause führten die Eltern einige Gespräche mit ihrem Sohn. Sie besuchten auch eine KZ-Gedenkstätte, um ihren Sohn über die Thematik aufzuklären. Außerdem wechselte der Junge die Schule. Dennoch: Auch er hatte sich durch das Verwenden von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen strafbar gemacht und volksverhetzende Inhalte geteilt. Das Jugendgericht entschied, dass der Junge 25 Stunden historische Literatur über die NS-Zeit lesen musste. Außerdem erhielt er für 5 Jahre einen Eintrag ins Erziehungsregister.