Zeig mir deine Apps und ich sag dir, wer du bist
Tatsächlich ist es kein Zufall, dass du häufig genau die Werbung siehst, die perfekt zu dir passt. Sowohl im Internet als auch über Apps werden nämlich viele Daten von dir gesammelt. Und durch diese Daten kann man ziemlich viel über dich erfahren.
Wie funktioniert App- und Ad-Tracking?
Werden deine Daten über die Apps an deinem Handy gesammelt, nennt man das Ad-Tracking oder App-Tracking. Und das funktioniert so:
Auf jedem Handy gibt es eine Werbe-ID. Über diese ID werden viele deiner Nutzungsdaten gespeichert: Zum Beispiel wann und wie lange du eine App benutzt und was du dort machst. Werbenetzwerke, wie etwa Facebook Advertising, können auf diese Daten zugreifen und ein Werbeprofil über dich anlegen. Daraus können sie dann auf deine Interessen schließen und so auch herausfinden, welche Werbung für dich interessant sein könnte.
Für Unternehmen, welche gerne ihre Werbung online schalten möchten, ist das natürlich perfekt. Denn sie geben viel Geld dafür aus, dass ihre Werbung allen möglichen Leuten ausgespielt wird. Wenn sie entscheiden können, dass ihre Werbung nur Leuten angezeigt wird, die es auch wirklich interessiert, sparen sie also richtig viel Geld! Außerdem ist es dann auch wahrscheinlicher, dass ihr Produkt oder ihre Dienstleistung gekauft wird. Klar also, dass Unternehmen am liebsten solche, sogenannte personalisierte Werbung, schalten.
App sammelt deine Daten --> App legt Werbeprofil an --> Unternehmen möchte Werbung an eine bestimmte Zielgruppe ausspielen und zahlt der App Geld --> App schaltet die personalisierte Werbeanzeige --> App verdient hierdurch Geld und sammelt weiter Daten.
So kann das dann aussehen:
Ein Unternehmen, welches Sportbekleidung in Deutschland verkauft, kann bei Facebook und Instagram nun genau angeben, dass die Werbung gezielt Nutzerinnen und Nutzern wie dir gezeigt werden soll. Also Leuten, die jung sind, in einer bestimmten Region in Deutschland wohnen und sich für Fußball interessieren. Meta verdient auf diese Art und Weise sein Geld und möchte natürlich auch weiterhin möglichst genaue Informationen über dich sammeln.
Apple macht Tracking transparenter
Auch an Android-Smartphones kannst du das App Tracking einschränken. Und auch am iPhone kannst du in den Einstellungen Änderungen vornehmen, falls du dem Tracking bisher ohne große Hintergedanken zugestimmt hast. Wenn du also nicht möchtest, dass deine Daten gesammelt und für personalisierte Werbung genutzt werden, kannst du folgende Schritte an deinem Gerät vornehmen.
So kannst du das Tracking an deinem Smartphone ausschalten:
Seit 2021 erhältst du bei der ersten Öffnung einer App einen Hinweis, indem du das App-Tracking erlauben oder verbieten kannst. Möchtest du deine Erlaubnis im Nachhinein unterbinden, kannst du das folgendermaßen machen:
- Öffne deine Einstellungen
- Tippe auf „Datenschutz“
- Tippe auf „Tracking“
- Deaktiviere den Schieberegler „Apps erlauben, Tracking anzufordern“. Nun darf keine App auf deinem Smartphone dein Nutzungsverhalten tracken. Lässt du den Schieberegler im grünen Bereich, werden alle Apps, die bisher Zugriff auf deine Daten haben, aufgelistet. Du kannst nun für jede App einzeln entscheiden.
Außerdem ist es bei Apple-Geräten möglich die personalisierte Werbung abzuschalten.
- Öffne die Einstellungen
- Tippe auf „Datenschutz“
- Tippe auf „Apple-Werbung“
- „Personalisierte Werbung“ am Schieberegler ausstellen.
Android:
Android Geräte machen bisher nicht durch spezielle Hinweise auf das Tracking aufmerksam. Über die Einstellungen kannst du aber auch hier Vorkehrungen treffen.
- Öffne die Einstellungen
- Tippe auf „Google“
- Tippe auf „Anzeigen“
- Ist hier eine Werbe-ID hinterlegt, kannst du diese zurücksetzen oder löschen. Erscheint nur der Hinweis „Neue Werbe-ID erhalten“ ist bisher keine ID hinterlegt und dein Nutzungsverhalten wird nicht getrackt. Achtung: Wählst du nur zurücksetzen aus, wird eine neue Werbe-ID erstellt und du wirst trotzdem weiterhin getrackt.